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Gutachten II über den Rehbrook

Gutachten über die Naturverjüngung im Rehbrook


Auftraggeber:Angefertigt durch:
Eckhorst-Gymnasium Buschkow, v. Eitzen,
Bargteheide Finnern, Hintze & Co GmbH


Bargteheide, den 27.6.07

Inhalt des Gutachtens:


→ Einleitung

→ Lage des Waldgebietes Rehbrook

→ Methodik zur Erfassung der Werte

→ Sollzustand eines Waldes

→ Die Faktoren der Naturverjüngung

→ Zustand der einzelnen Abteilungen

→ Abteilung Nr. 322

→ Abteilung Nr. 323

→ Abteilung Nr. 324

→ Zustand und Prognose für den Gesamtwald

→ Quellen

→ Anhang

→ Bilder

→ Karte der Probequadrate

→ Skizzen der Probequadrate

→ Tabelle der Messwerte



Einleitung

Seit der Wald in Deutschland kommerziell genutzt wird, steht die Frage im Raum, ob dies ökologisch vertretbar ist. Viele Menschen, die gegen die kommerzielle Nutzung sind, führen die Zerstörung des kompletten „Ökosystems Wald“ an, aber die so genannte „naturnahe Nutzung“ scheint einen Mittelweg zwischen Natur und Umsatz gefunden zu haben. Ein wesentlicher Faktor in dem Konzept ist das (eigenständige) Nachwachsen von Jungbäumen, das für ein Überleben des Waldes essenziell ist.

Das vorliegende Gutachten hat zum Ziel, den Grad der Naturverjüngung im Waldgebiet „Rehbrook“ nordöstlich von Hamburg sowie die Faktoren, durch die sie beeinflusst wird, festzustellen. Dabei steht vor allem die Frage im Vordergrund, wie viele diesjährige und einjährige Jungbäume (Buche, Ahorn, Eiche, Esche) in den verschiedenen Waldtypen des Rehbrooks stehen. Zu diesem Zweck wurde ein vorangegangenes, etwa 2 Jahre altes Gutachten zurate gezogen (→ www.gymnasium-eckhorst.de/143_gen.html).

Weiterhin wird der Frage nachgegangen, welche Faktoren überhaupt das Wachstum der Jungbäume beeinflussen und wie sie sich speziell im Rehbrook darstellen.

Außerdem wird anhand des Bestandes der drei- bis vierjährigen Jungpflanzen eine Prognose zur Zukunft des Rehbrooks gestellt.



Lage des Waldgebietes Rehbrook

Das in diesem Gutachten betrachtete Waldgebiet Rehbrook liegt zwischen den Orten Hammoor im Süden und Tremsbüttel im Nordwesten. Der Rehbrook ist unterteilt in vier Abteilungen (321-324), wobei die Abteilung 321 durch die durch das Waldgebiet verlaufende Autobahn A 21 von den anderen Abteilungen getrennt ist. Die Autobahn ist mit einem Zaun gesichert und im Wald selber kaum wahrzunehmen. Der Rehbrook ist umgeben von landwirtschaftlich genutzten oder brachliegenden Flächen.

Zu erreichen ist das Untersuchungsgebiet von Hammoor aus über einen Pendlerparkplatz kurz vor der Autobahnauffahrt, von dem aus man ca. 2 km einer land-/forstwirtschaftlich genutzten Straße folgt. Das Waldgebiet ist durch eine Schranke gesichert. Als Ausgangspunkt dienten bei dem Gutachten ehemalige Munitionsbunker, ca. 500 m von der Schranke entfernt in Abteilung 322 gelegen.

In dem Gutachten wurden nur einige exemplarische Teile des Rehbrooks untersucht; Abteilung 321 wurde gänzlich ausgelassen, die anderen Abteilungen wurden auch nur partiell einbezogen:

Von Abteilung 322 die Gebiete B1 und B2

Von Abteilung 323 die Gebiete A1 und B1

Sowie von Abteilung 324 das Gebiet → A1

Dabei wurden in jeder Abteilung 10 Probequadrate untersucht, wobei auf eine repräsentative Verteilung des Bewuchses geachtet wurde. Hierbei wurde zunächst Abteilung 322 untersucht, anschließend Abteilung 323 und zum Schluss Abteilung 324.


Methodik zur Erfassung der Werte

Zu allererst haben wir das gesamte Waldgebiet, das wir zu untersuchen beabsichtigten, in verschiedene Sektoren aufgeteilt und mit einem Kürzel benannt. Hierfür haben wir einfach die vorgegebenen Abtrennungen auf der uns ausgehändigten Karte übernommen. Dieses Einteilen und Benennen der verschiedenen Abschnitte haben wir vorgenommen, um uns später besser orientieren und charakteristische Waldabschnitte von einander trennen zu können, was eine einzelne Betrachtung der Abschnitte ermöglichte.

Nach einer kurzen Einführung und der Materialien-Verteilung durch Herrn Meyer begannen wir unsere Arbeit in dem von uns aus südöstlich gelegenem Gebiet mit der Nummer 322 (B1)[2].

Danach folgten die anschließenden Sektoren der Reihenfolge 323 →(A1, B1) und → 324 (A1).

Als Erstes haben wir uns im jeweiligen Sektor einen Überblick verschafft. Danach suchten wir Stellen, die unserer Meinung nach repräsentativ für diesen Teil des Waldes sind. Hierbei haben wir auch darauf geachtet, dass diese ausgewählten Gebiete sich möglichst in diversen Gegebenheiten unterscheiden, damit wir einzelne weiterführende Vermutungen und später Schlussfolgerungen anstellen konnten. Diese so genannten „diversen Gegebenheiten“ waren beispielsweise eine künstliche Auflockerung des Bodens oder auch eine Bodenverdichtung durch Fahrzeuge.

An diesen Stellen hielten wir an und machten einen Punkt mit der entsprechenden Zahl auf der Karte, um die Stelle später wieder finden zu können. Nun maßen wir nach eigenem Ermessen 1 Quadratmeter aus und zählten anschließend in diesem Quadratmeter die vorhandenen 1- und 2-jährigen Jungbäume und deren Art. Dies und die weiteren vorhandenen Gegebenheiten, wie z.B. Fahrspuren, ältere Bäume, usw., zeichneten wir nun noch in eine Skizze ein, um die spätere Auswertung zu erleichtern. Zuletzt nahmen wir noch mithilfe des uns durch unseren Auftraggeber zur Verfügung gestellten Lichtmessgerätes die durchschnittliche Lichtstärke in dem ausgewählten Quadratmeter in Volt auf und notierten diese Angabe ebenso, da sie ebenfalls für die späteren Auswertungen wichtig sind.

So gingen wir für jeden einzelnen ausgesuchten Quadratmeter vor und nahmen in jedem der drei Waldabschnitte jeweils 10 Messungen von verschiedenen Quadratmetern vor. Am Ende hatten wir so insgesamt 30 Skizzen[3] und Werte von diversen Quadratmetern, die über das gesamte vorgegebene Waldgebiet verteilt waren, zusammengesammelt und besaßen genügend Informationen, um aussagekräftige Folgerungen verfassen zu können.


Sollzustand eines Waldes

Ein naturnaher Wald bringt mehrere Vorteile mit sich:

Ein gewisser Anteil an Laubbäumen verhindert eine zu große Fichten-Streuauflage, die durch das Entstehen von Huminsäuren den Boden versäuern und damit unfruchtbarer machen kann.

Durch eine Mischung der verschiedenen Baumarten wird der Wald weniger anfällig für Krankheiten. Diese werden sich langsamer ausbreiten und nicht den ganzen Wald schädigen, sondern nur Teile davon.

Insbesondere der Nutzbaum Fichte hat als Flachwurzler kaum Halt im Boden. Gemischt mit Eichen, Buchern, Kiefer oder Tannen (alles Pfahlwurzler) ist der gesamte Wald besser vor Windwurf geschützt, was auch einen wirtschaftlichen Vorteil hat: Die Planbarkeit ist wesentlich verbessert, da von Stürmen eine wesentlich geringere Gefährdung ausgeht.

Gleichzeitig kann man mit einem Mischwald schnell und flexibel auf eine geänderte Nachfrage der Kunden reagieren.

Ein solcher naturnaher Wald ist, wie ein natürlicher Urwald, durch seinen Stockwerkbau gekennzeichnet.

Die oberste Schicht ist die Kronenschicht, die sich in einer Höhe von über 15 m befindet und viel Licht schlucken kann. Je dichter hier das Blätterdach ist, desto weniger wächst aus Lichtmangel in den tiefer liegenden Schichten.

Darunter folgt in einer Höhe von 2 – 15 m die Stammschicht, die von den Stämmen der alten Bäume gebildet wird. Hier können sich auch die Kronen jüngerer Bäume finden.

Diese finden sich neben Sträuchern auch in der Strauchschicht (0,5 – 2 m). Die Artenvielfalt ist in dieser Schicht besonders von den Lichtverhältnissen geprägt.

Junge Pflanzen bilden die noch tiefer liegende Krautschicht (0,1 – 0,5 m) zusammen mit jungen Bäumen und Sträuchern sowie Blütenpflanzen.

Die tiefste Schicht ist die Moosschicht (bis 0,1 m über dem Boden). Sie ist erst dann ausgebildet, wenn genügend Licht den Erdboden erreicht.

Ein solcher Wald kann aber trotzdem forstwirtschaftlich genutzt werden. Hierbei kommt es darauf an, einzelne hiebreife Bäume mit einer möglichst geringen Schädigung des Waldes (sowohl des Bodens als auch der Vegetation) aus dem Wald zu bringen.

Dies erfordert eine vernünftige Begrenzung des Wegenetzes im Wald und den Verzicht auf den Einsatz von großen Maschinen. Diese können die Bäume schädigen und verdichten den Boden, der dann Bäumen keinen Lebensraum mehr bietet.

Nach dem Fällen entsteht durch die fehlende Krone des gefällten Baumes eine „Lichtoase“. Im Zentrum dieser bekommen Pflanzen besonders viel Licht und wachsen besonders schnell. Dieser Verjüngungskegel schließt sich dann nach einiger Zeit selbstständig und ohne Zutun des Menschen. Eine solche natürliche Neubepflanzung ist sehr kostengünstig.

Daneben ist die ausschließliche Verarbeitung von dicken alten Stämmen auch wesentlich günstiger, da der manuelle Aufwand wesentlich geringer ist als bei jungen Bäumen, wie sie bei Kahlschlägen anfallen.

Um einen solchen Wald zu schützen, bedarf es angemessener Jagdquoten. Besonders Rehwild, aber auch Hase und Rot- und Damwild gefährden durch Verbiss an Trieben jüngerer Bäume die natürliche Waldverjüngung. Schutz hiervor bietet neben der Jagd auch wieder ein Mischwald. Kastanien werden beispielsweise gern als Nahrung aufgenommen, wodurch andere Bäume geschützt werden. Ansonsten bleibt nur der aufwendige mechanische Schutz der Bäume, beispielsweise über eine Einzäunung.





Die Faktoren der Naturverjüngung

Während unserer Arbeit im Rehbrook sind uns diverse Faktoren aufgefallen, die das Wachstum der Jungbäume deutlich hemmen oder fördern. Diese werden im Folgenden analysiert.

Der wohl auffälligste und bedeutendste Faktor ist das Licht. Sämtliche Pflanzen brauchen das Licht zum Überleben. Ohne Licht setzt die Photosynthese aus die Bäume sterben nach kurzer Zeit. In Bereichen des Waldbodens, die durch den Schatten großer Bäume verdunkelt werden, wachsen keine Pflanzen, also auch keine Jungbäume. Junge Ahorne, Eichen und Buchen benötigen mindestens 1,5 V. Eschen und Begleitvegetation (jedenfalls der größte Teil) brauchen 0,5 V. Gräser sind auf 2,5 -3 V zum Wachsen angewiesen. Farne benötigen sogar 10 V, um zu überleben.

Beispielhaft ist hierfür Probequadrat (PQ) 17, welches durch seine niedrigen Lichtverhältnisse nur Begleitvegetation aufweist. In PQ 10 sind bei 2 V Licht 7 Jungbäume zu finden. Hingegen sind bei den 6,5 V in PQ 2 nur Gräser und Begleitvegetation zu finden. In PQ 29 wachsen Farne und Begleitvegetation bei ca. 20 V.

Es fällt auf, dass in der Lichtspanne von 1,5 V bis 3 V die meisten Jungbäume wachsen, ab 3 V nehmen Gräser und Begleitvegetation überhand. Dies liegt nicht daran, dass die Jungbäume ein Übermaß an Licht nicht vertragen würden.

Es liegt an der interspezifischen Konkurrenz zwischen den Jungbäumen, Gräsern, Farnen und der Begleitvegetation. Jede Pflanze ist auf das wenige Licht angewiesen, das den Waldboden erreicht. Der Lichtbereich von 1,5 V bis 3 V reicht den Jungbäumen, den Gräsern hingegen nicht. Deshalb können hier Jungbäume wachsen, da sie sich gegen die Begleitvegetation durchsetzen können. Dies ist also ihr Dominanzbereich. Der Dominanzbereich der Gräser fängt bei 3 V an. Hier wachsen sie schneller als die Jungbäume und nehmen ihnen das Licht weg. Nur selten schaffen es Jungbäume, in diesen Bereichen eine Größe zu erlangen, die es ihnen erlaubt, genügend Licht zu bekommen. Eschen hingegen kommen mit minimalen Lichtverhältnissen aus. Ab 0,5 V fangen sie an, zu wachsen, und müssen auf diese Weise mit kaum einer anderen Pflanze konkurrieren. In PQ 26 wachsen z. B. 30 Eschen auf einem m² bei einer Lichtstärke von 0,4 V.

Genauso essenziell wie das Licht ist das Wasser für die Pflanzen, ohne es würden sie sterben. Je nach Baumart wird mehr oder weniger Wasser im Boden benötigt, um zu überleben. Von den im Rehbrook wachsenden Jungbäumen, brauchen die Eschen am meisten Feuchtigkeit, außerdem sind auch Farne auf mehr Feuchtigkeit angewiesen.

Das vierte große Kriterium, was die Naturverjüngung beeinflusst, ist die Beschaffenheit des Bodens. Auf einem „normalen“ Boden können sowohl Jungbäume, als auch Gräser bzw. Begleitvegetation wachsen. Auf lockerem Boden, z. B. durch die Bearbeitung durch eine Fräse, wachsen die Pflanzen deutlich besser. So ist im PQ 7 eine überdurchschnittliche Anzahl an Buchen zu finden. Auf dem weichen Boden im PQ 12 wachsen viele Gräser und Begleitvegetation. Anders sieht es auf festgefahrenem Boden aus. Hier sind praktisch keine Jungbäume zu finden, sondern nur Gräser und Begleitvegetation (gut zu sehen in PQ 4).

Zusammenfassend stellen wir fest, dass die Faktoren Licht, Wasser, Bodendichte und Konkurrenz erhebliche Auswirkungen auf die Naturverjüngung haben.


Zustand der einzelnen Abteilungen

Abteilung Nr. 322


Das wohl auffälligste Merkmal an dieser Abteilung sind die Spuren von Waldarbeiten. Reifenspuren sind zu finden, an diesen Stellen findet man fast keine Naturverjüngung. Teile dieser Spuren wurden mithilfe einer Fräse wieder aufgelockert und somit wachsen hier Jungbäume (PQ 7). Als Bäume sind Buchen und Eichen zu finden, deren Nachkommen auch die Naturverjüngung am Boden dominieren. Junge Ahorne sind sehr selten zu finden. Es scheint die trockenste der Abeilungen zu sein, es gibt folglich auch keine Eschen.

Es gibt größere Flächen, auf denen keine Pflanzen zu finden sind. Ein weiterer großer Teil wird von Gräsern und Begleitvegetation dominiert (siehe Bild 1).

Doch es sind auch Jungbäume vorhanden. Beispielsweise sind in PQ 6 sowohl Buchen als auch ein Ahorn zu finden. Es herrscht also eine Artenvielfalt unter den Bäumen, die für die Naturverjüngung elementar ist. Auffällig ist, dass in der Abteilung die Strauchschicht sehr schwach ausgebildet ist. Dies lässt auf einen sehr starken Verbiss vermuten, der sich auch in den zerbissenen 3-jährigen Jungbäumen widerspiegelt. Es erklärt auch den großen Teil an kahlen Flächen, da die Jungbäume, die sonst an den Stellen mit 1,5 – 3 V wuchsen, abgefressen wurden. An Stellen mit mehr Licht, findet man entsprechend viele Gräser und Begleitvegetation.

Bild 1:


Abteilung Nr. 323

In dieser Abteilung findet man deutlich weniger Spuren von Waldarbeiten. Hier dominieren Buchen das Erscheinungsbild. Zudem scheint die Abteilung etwas feuchter zu sein als die Abt. 322. Der Waldboden ist wesentlich mehr mit Begleitvegetation und Gräsern bedeckt. Stellen, an denen nur der Waldboden ohne Pflanzen zu finden ist, sind sehr selten. Als Jungbäume sind recht viele Ahorne zu finden (PQ 11, 19), aber auch Buchen und Eichen sind zu finden, Eschen hingegen nicht. Die Strauchschicht ist wesentlich stärker ausgebildet (Bild 2). Insgesamt sind aber weniger Jungbäume als in der Abt. 223 zu finden, trotzdem ist Artenvielfalt vorhanden.



Bild 2:



Abteilung Nr. 324

In dieser Abteilung waren ebenfalls kaum Waldarbeiten zu finden. Zudem muss man diesen Waldteil in einen vorderen und einen hinteren Abschnitt gliedern. Der vordere Abschnitt ist ähnlich wie Abt. 323, nur ist die Strauchschicht weniger ausgebildet. Zudem ist es noch ein wenig feuchter. In Lichtoasen kann man Farne finden, zudem gibt es Moose. Die Naturverjüngung findet man dicht gedrängt und nur vereinzelt, beispielhaft sind z. B. die PQ 22 und 24. Man findet nur Jungbäume von Esche und Buche.

Der hintere Teil der Abteilung unterscheidet sich erheblich mit einer ausgeprägten Strauchschicht und den dunklen Lichtverhältnissen vom Rest des Waldes. Hier findet man ein Meer aus Jungeschen, die dicht gedrängt nebeneinander wachsen, teilweise bis zu 50 Stück auf einem m² (PQ 26, 28). In Lichtkegeln, die auf den Boden treffen, wachsen Farnlandschaften, in denen keine Jungbäume zu finden sind (Bild 3). Vereinzelt findet man auch noch Buchen.

Die Abteilungen erfüllen also in Bezug auf Artenvielfalt, Vorhandensein verschiedener Stockwerke und die regelmäßige Schaffung von Lichtkegeln (durch den Menschen) die Bedingungen des Soll-Zustandes eines Waldes.

Bild 3:


Zustand und Prognose für den Gesamtwald

Da die Naturverjüngung nicht nur einjährige Bäume umfasst, werden wir uns nun mit dem Gesamtbestand der Jungbäume auseinander setzen, um Prognosen für die Zukunft geben zu können und ggf. Mängel aufzudecken.

Der wohl größte Missstand im Wald herrscht bei den dreijährigen Jungbäumen. Zum einen sind nur sehr wenige von ihnen zu finden, in Abt. 322 kann man noch ein paar entdecken, aber spätestens in Abt. 323 musste man lange suchen, um überhaupt einen aufzufinden. Entdeckte man einen, war dieser zum größten Teil zerfressen und am Absterben. Teilweise fand man Jungbäume, die gar keine Blätter mehr besaßen. Nur bei den Eschen gab es dreijährige Bäume, die noch intakt waren. Um festzustellen, wie lange dieser Wald das Problem schon besitzt, betrachteten wir die ältere Generation an Jungbäumen. Wir fanden ausreichende Zahlen an 5 bis 6 Jahre alten Jungbäumen um aussagen zu können, dass das Problem erst in den letzten vier Jahren aufgetreten sein kann (Bild 4, Bild 5) &rarr Anhang.

Auch die noch älteren Generationen weisen keine Probleme auf, und man findet einige Bäume, die in entstandene Lichtkegel hineinwachsen (Bild 6, Bild 7)&rarr Anhang.

Das Problem des Verbisses muss also in den letzten Jahren entstanden sein. Hauptverdächtiger für Bissschäden an Jungbäumen ist das Rotwild. Es wäre also zu vermuten, dass in den letzten Jahren eine sich vermehrende Rotwildpopulation im Winter die Jungbäume abfrisst und somit ein Weiterwachsen verhindert.

Falls dieses Problem nicht gelöst wird, hat es kritische Folge für den Wald. Die nächsten Generationen an Jungbäumen würden vernichtet werden. Somit würde es keine Bäume mehr geben, die in entstandene Lichtlöcher wachsen könnten. Damit würden sich sicher Farnlandschaften ausbreiten, aber keine Verjüngung des Waldes mehr stattfinden. Zudem sind die Spuren der Waldarbeiten ein weiteres Hindernis für die Jungbäume und es sollte darauf geachtet werden, diese möglichst minimal zu halten und ggf. mit Fräsen aufzulockern.

Um das Wildtierproblem zu lösen, gibt es unserer Meinung nach drei Möglichkeiten.

Zum einen könnte man das Waldgebiet einzäunen und so auf mechanische Weise verhindern, dass Rehe in den Wald gelangen. In der Praxis ist dies sehr teuer und hätte hohe Wartungskosten zur Folge.

Zum anderen könnte die Population durch Jagd reduziert werden, sodass genügend Nahrung für die Population vorhanden und es für sie nicht nötig ist, Jungbäume zu zerfressen. Als letzte Möglichkeit ergäbe sich die Fütterung der Population durch Futterstellen, sodass die Jungbäume nicht mehr als Nahrung dienen müssten.

Insgesamt ergibt sich aber ein positives Bild der Naturverjüngung. Der Wald ist artenreich (in den Randbezirken sind noch Nadelbäume zu finden), er verfügt über ausgeprägte Stockwerke und in der Vergangenheit wurden geerntete Bäume durch nachwachsende ersetzt. Wird das Wildtierproblem behoben und die Schäden durch Fahrzeuge reduziert, hat der Wald gute Aussichten in Zukunft seine gute Verfassung zu wahren.

Quellen


http://www.wikipedia.de
http://www.eckhorst-gymnasium.de/artikel_232_gen.html
http://assets.wwf.ch/downloads/20050914studienaturnaherwaldbaufinal.pdf
http://www.dachsberg.de/Home/Rathaus/Forstrevier/Baum_2005/body_baum_2005.html

http://www.luxnatur.lu/luxnatur/lnvpos1.htm
http://www.luxnatur.lu/luxnatur/lnvpos1.htm
http://www.wald.de/category/forstwirtschaft/wildschaeden-und-verbisschaeden/

http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Stockwerke_wald.png
Beobachtungen im Wald
(Unterrichts-)Gespräche mit Herrn Meyer

Dieses Gutachten wurde nur mit den vorliegenden Quellen erstellt.

Unterschriften: A. von Eitzen, S. Buschkow, T. Hintze, M. Finnern, 12. Jg.



Anhang

Bilder

Bild 4:Bild 5


Bild 6:


Bild 7:



Karte der Probequadrate




Skizzen der Probequadrate



Skizzen und Tabelle der Probequadrate







Tabelle der Messwerte




A. von Eitzen, S. Buschkow, T. Hintze, M. Finnern, 12. Jg., 4.7.2007